ehemalige Kirche in Todendorf

sssssss - unsichtbar

 

Ev.-Luth. Kirchengemeinde Eichede
Kirchenstraße 10

22964 Steinburg

 

Telefon: 04534/  611

Fax:       04534/8855

Homepage:  www.indekark.de

 

letzte Pastorin:  Susanne Schumacher

 

Abschied von der Todendorfer Kirche

 

Als am 31.12.2016 der Abschiedsgottesdienst in Todendorf begann, waren alle verfügbaren Plätze besetzt. "Ein letztes Mal" war immer wieder zu hören. Karin Kreutzfeldt ließ in ihrer Begrüßung noch einmal den Weg bis zum Antrag auf Entwidmung einfließen - eine vernünftige Entscheidung, die dennoch die Trauer über den Verlust nicht aufhebt.

Im Fortlauf des Gottesdienstes erzählten sechs Personen von ihren Erlebnissen in dieser Kapelle:

Für Renate Dwenger war sie ein Ort des Hoffens, Staunens und der Familie.

Pastor Jan Roßmanek sprach für das Kollegenteam, das in Todendorf regelmäßg Gottesdienste feierte. Für ihn sind Kirchen Fingerspuren Gottes. Durch die großen Fenster der Todendorfer Kapelle hatte er den Blick auf die Jahreszeiten genossen.

Dr. Ogilvie erinnerte an die Montagsandachten, in deren Verschiedenheit das breite Spektrum christlicher Spiritualität gelebt werden konnte.

Ute Junginger nahm die Gottesdienstbesucher gedanklich in die Phase lebendiger Kindergottesdienstarbeit mit.

Margitta Stapelfeldt erinnerte an die neuen Erfahrungen der Kita-Kinder im Kirchraum zum jährlichen St. Martinsfest.

Nick Hünecke hatte im Frühjahr 2016 in dieser Kirche seine Konfirmation und Rainer und Sylvia Unger gaben sich im Mai 2016 nach 25 Ehejahren hier noch einmal sehr feierlich das JA-Wort mit Gottes Segen.

In Pastorin Schumachers Predigt drehte sich alles um Resonanz, um Widerhall und Nachhall in menschlichen Beziehungen, auf Du und Du mit Gott und im Kirchenraum. Diesen Sakralraum hatte Beate Appel als Küsterin seit 01.01.2013 gepflegt und zu vielen Anlässen geschmückt. Ihr Arbeitsverhältnis endet mit Schließung der Kirche.

Bei einem Becher Punsch standen die Gottesdienstbesucher noch einen Moment zusammen.

Dann fiel die Tür ins Schloss.

 

 

geschrieben von Karin Kreutzfeldt

Geschichte

 

Nach über 70 Jahren kirchlicher Abhängigkeit von Eichede und 21 Jahren Gottesdient in der Todendorfer Schule erhielt Todendorf 1967 seine eigene Kirche.

 

Bereits 1961 begannen die Planungen im Kirchenvorstand – ursprünglich für eine Autobahnkapelle am (bis heute nur geplanten) Autobahnkreuz Bargteheide. Als klar wurde, dass es noch lange kein Autobahnkreuz geben werde und die Chistuskirche in Rethwisch als Autobahnkirche ausgewiesen wurde, bot die Gemeinde Todendorf der Kirchengemeinde ein Grundstück in zentraler Lage zum Bau einer Kirche mit – geplant – Gemeindeschwesternstation, Kindergarten und, falls nötig, Pastorat an.

 

Einen Kirchenbau auf diesem Grundstück auszuführen erwies sich allerdings als extrem schwierig, denn früher hatte sich an dieser Stelle ein Teich befunden. Der tiefe Grund, auf dem hier gebaut werden sollte, erforderte eine Art modernen „Pfahlbau“. Die Kirche wurde auf 17 Pfeiler aus Beton gestellt, die über acht Meter tief in der Erde gegründet sind.

 

Von 1946 bis zur Einweihung waren Gottesdienste, Bibelstunden und Konfirmandenunterricht in der Todendorfer Schule durchgeführt worden. Deshalb nahm man zu Beginn der Kirchweihe-Handlungen am Pfingstmontag 1967 zunächst Abschied von der Schule. Vor der Kirche nahm dann der Musikzug Todendorf den Zug der Gäste, angeführt von Bischof Dr. Hübner und Pastor Spohnholz, mit dem Choral „Lobe den Herrn“ in Empfang. An diesem Tag regnete es in Strömen.

 

Nachdem sich Oetjendorf bei den Gemeindezusammenlegungen der 70er Jahre kirchlich und kommunal nach Hoisdorf/Siek orientiert hatte, wurde ein eigener Pfarrbezirk Todendorf allerdings nie gebraucht und die ursprünglich geplanten Gebäude neben der Kirche wird die Kirchengemeinde wohl nie mehr bauen. Misslich war außerdem, dass es Ende der 60er Jahre noch wenig Erfahrung bei der neuartigen Bauweise mit Stahlbeton gab. Daher sprengte der korrodierende Stahl den Beton und die Kirche musste schon in den 80er Jahren aufwändig saniert werden. Und kaum hatte die Kirchengemeinde die Darlehen für die Sanierung zurückgezahlt, führten die notwendigen Sparmaßnahmen innerhalb der Nordelbischen Kirche zu ernsthaften Überlegungen innerhalb der Kirchengemeinde, die Kirche zu verkaufen. Zum Glück ist das bis heute nicht geschehen!

 

Der 40. Geburtstag unserer Todendorfer Kirche ging 2007 neben dem 250. der Kirche zu Eichede zwar ein wenig unter, aber vielleicht schafft sie ja mit Hilfe der Todendorfer Bevölkerung noch den 50sten. Die sonntags 14-täglich im Wechsel mit Eichede in Todendorf angebotenen „Feiern unter dem Kreuz“ werden begleitet von der klangvollen kleinen Becker-Orgel von 1968 und erfreut sich besonders beim Krippenspiel an Heiligabend, bei den Konfirmationen und am Erntedanktag großer Beliebtheit.

 

 

Geschrieben von Pastor Jörg S. Denecke

zur 750-Jahrfeier von Todendorf im Jahr 2009